Karriere im (Kultur-)Journalismus?

Shownotes

Als Journalist:in zu arbeiten - in herausfordernden Zeiten für klassische Medienhäuser ist das umso mehr ein Job, der volle Leidenschaft voraussetzt. Benjamin Stolz ist einer dieser jungen Menschen, die ihren Traum leben können und als Redakteur für den Kulturteil einer Tageszeitung schreiben, in dem Fall für die „Die Presse“. Und das tut er so erfolgreich, dass er zu den besten Newcomern im Lande zählt. Aber: Wie kommt man dort hin? Welchen Wert hat die journalistische Tätigkeit an sich - und welche Faszination übt sie im Spannungsfeld mit Social Media nach wie vor aus? Philipp Lackner hat sich mit dem gebürtigen Tiroler darüber - und über noch viel mehr unterhalten. In unserem Corporate Podcast.

www.diepresse.com https://benjaminstolz.com/journalismus/

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00:00:00: Ein Handstumpf in allen Gassen.

00:00:01: Alles klar!

00:00:02: Aber ich glaube, dass es manchmal gerade so im Journalismus einen Vorteil hat, wenn man ein Jack-of-all-trades ist oder diese an den Zusatz Jack of All Trades Master aufeinander... Also mir persönlich macht's einfach Spaß, mich nicht ganz auf ein Thema festzulegen und vielleicht finde ich irgendein Thema, das sieht wohl vielleicht aus, gewisse Experte werde ich ohne auch nicht.

00:00:20: Okay aber noch nicht gefunden?

00:00:22: Also das gute Journalistinnen und Journalisten, die wir gemeinsam haben ist wirklich dass sie so wie vielleicht wie so eine Spinne im Netz in ihrem Gebiet sind.

00:00:31: Und einfach merken wenn sich was bewegt oder so.

00:00:34: Die meiste Zeit wird gar nichts passieren.

00:00:36: aber irgendwann mal, wenn da etwas passiert, wenn es sich eine gute Gelegenheit gibt dann sehen Sie da!

00:00:41: Dann machen Sie was drüber.

00:00:42: Es passiert eben nicht oft, weil ich mir so zufällig nicht hoffe, dass es mir noch echter passiert.

00:00:49: Wie wird man als junger Mensch Journalist?

00:00:52: Und wie wird man auch noch ein erfolgreicher Journalist noch dazu bei einer bekannten Marke wieder presse.

00:00:59: Darüber spreche ich heute mit Benjamin Stolz, er wurde vor wenigen Tagen vom Branchenmedium Österreich Journalistin zu den besten dreißig unter Dreißig gewählt und schreibt über Literatur Pop Politik und Debatten im Kulturteil unserer Tageszeitung.

00:01:15: Ja, und heute habe ich Philipp Lackner die Ehre mit ihm in Stüria zu hören unserem Corporate Podcast zu sprechen – und zwar über seine Leidenschaftsjournalismus, über seinen Weg in die Medien, über das was er jetzt in den neunundzwanzig Jahren schon alles erreicht hat und was er als Nachwuchstalent anderen raten würde die auch in diesem Beruf wollen.

00:01:34: Hallo Benjamin!

00:01:35: Hallo Philipp, danke für die Einladung.

00:01:36: Die Ehre ist ganz auf meiner Seite.

00:01:38: Ja schön dass wir uns heute unterhalten können.

00:01:40: vielleicht werde ich ein bisschen ungewohnt weil du ja auf der anderen Seite dieses mal Platz nimmst das noch gerade vorher gesagt und Fragen gestellt bekommst anstatt Fragen zustellen richtig?

00:01:49: Genau so ungewohnte Situation aber wir werden es schon Schaffen.

00:01:53: Genau, wir sprechen einfach mal los über deinen Weg.

00:01:57: Wie schon angesprochen bist du vor wenigen Tagen zu den besten dreißig unterdreißig Nachwuchschanalisten und Journalistinnen gewählt worden in Österreich, weil nicht passiert denn so was?

00:02:07: Ja ich sag's ja ganz offen Philippe.

00:02:08: es ist so passiert wie die meisten Leute auf solche Listen und so Preise bekommen.

00:02:13: Ich habe einfach meine Freunde um meine Vorgesetzten auf meinen Chef gefragt ob sie mir bitte nominieren können und dann aufs Beste gehofft und dann entscheidet jemand.

00:02:21: auch funktioniert genau Ja, viele haben so ein bisschen die Vorstellung, dass man da irgendwie gewählt wird aus dem Eter.

00:02:27: Aber es ist eigentlich schon so, dass sich viele darum bemühen und wenn jemand aus der Stürre ja auch eine Nominierung bracht schreibt's mir gerne E-Mail.

00:02:34: Mir ist dann funktioniert auch diesen Weg einzuschlagen.

00:02:36: das ist spannende Geschichte.

00:02:38: kurz zu deinem Werdegang du kommst ja aus Lanz bei Innsbruck Du hast dort auch Journalismus... Nein, Entschuldigung!

00:02:45: Germanistik studiert sowas.

00:02:47: Also nicht in Lanz sondern in Innsbruck und bis dann auf die deutsche Journalisten-Schule in den München gegangen.

00:02:54: weshalb denn diese Ausbildung?

00:02:56: Vielleicht nicht so ganz typisch für jemanden aus Österreich.

00:02:58: Ich kenne es aus Deutschland, da gehen viele.

00:03:00: Das ist ein hohes Ziel der Journalisten Schule.

00:03:02: Österreich vielleicht nicht so Ganz bekannt richtig

00:03:05: Ja, genau.

00:03:06: Das war eben so eigentlich während Corona noch Germanistik-Studie die Bachelor in Innsbruck und wir wissen immer das.

00:03:12: damals war irgendwie eine sehr eingesperrte isolierte Zeit und da habe ich dann sehr Lust bekommen auf Big City Live quasi!

00:03:20: Und in nächster Stadt zu Innsburg ist natürlich Großstadt, es sind natürlich München... ...und ja, ihr habt mir dann für verschiedene Praktika beworben und habt dann eines bekommen bei der süddeutschen Zeitung Im Ressort MRB, das ist für die München-Region Bayern.

00:03:35: Das ist ja die Lokalschiene.

00:03:37: und wer die ST kennt, die ist da im Berg am Leim draußen in München so ein Hochhaus mit X Stockwerken.

00:03:45: und als ich der Praktikant war habe ich immer festgestellt dass da es die deutsche Journalisten Schule gibt auch eben im gleichen Gebäude und das waren also junge Leute die da immer so ominös Pause gemacht haben vor dem Hochhaus.

00:03:59: Und da wurde halt auch meine Neugier geweckt und je vorher ich gar nicht genau wusste, was die deutsche Journalisten-Schule eigentlich ist.

00:04:06: Und hat das dann schnell rauskunden und deshalb bin er wirklich sehr gereizt wieder zu bewerben.

00:04:10: Da sah sie schon an der Quelle in der süddeutschen Zeitung.

00:04:14: Hab diese ganzen Bewerbungsschritte durchgemacht und irgendwie hat es überraschenderweise beim ersten Mal geklappt und dann haben wir das gleich gemacht!

00:04:22: Wahnsinn, weil es ist ja ein doch recht elitärer Zirkel.

00:04:24: Da muss man mal so benennen und da wollen auch viele rein.

00:04:27: Das

00:04:27: wird das Hogwarts der Journalisten sagen.

00:04:29: Genau!

00:04:29: Es

00:04:30: gibt ja auch Hennerin Arnen in Hamburg.

00:04:32: Ist auch so'n Pondant im Nordenland dazu also schon eine gewisse Ehre, dass auch machen zu können.

00:04:37: Dein Lebenslauf liest sich ja auch im Anschluss dann recht spannend.

00:04:40: wieder schon gesagt als Artikel für süddeutsche Zeitung, für die FAZ, für Zeit online.

00:04:45: wie kommt man denn überhaupt in so einer Liga?

00:04:47: Man muss diesen Beruf nicht nur leben sondern auch lieben.

00:04:52: Ja, also man muss das auf jeden Fall lieben.

00:04:54: Also bei der Süddeutschen Zeitung war es einfach so eben ich war da Praktikant und dadurch dass eben da schon die Leute gekannt haben und Augusta blieb in München, da gab's ja ganz einen netten Kresorleiter eben der dann die jungen Leute, die motiviert waren zu Stadtreportern gemacht hat... Da hat so jeder Reporter einen Stadtteil von München zugeteilt bekommen.

00:05:15: und dann geht man in diese Bezirksausschüsse.

00:05:18: Und da geht es um umgefallene Stopptafeln, aber auch um wichtige Projekte... habe ich eben so die Chance gehabt, eben auch so dank ihm und den anderen da einfach so ein bisschen die Basics dazu zu lernen.

00:05:29: Also im Lokaljournalismus und ja also der Geschichte machen eigentlich worüber sie wirklich passieren.

00:05:34: So auf der vielleicht kleinsten politischen Ebenei und auch zu sehen wie der Demokratie funktioniert.

00:05:40: Und bei den anderen Adressen das war einfach viel auch an der deutschen Journalisten-Schule.

00:05:44: Die ist ja sehr für alle die es nicht wissen, die ist sehr praxisorientiert.

00:05:49: man hat dann eigentlich Fast den ganzen Tag Kurse und so weiter.

00:05:53: Und meistens sind die DozentInnen eben auch Journalistinnen von großen deutschen Medien, selber Aluminium meistens.

00:06:01: Da haben wir dann manchmal die Gelegenheit irgendwie E-Mail Adressen abzustauben oder Kontakte herzustellen und dann selber Themen zu pitchen oder sowas natürlich.

00:06:09: Neun von zehn Fällen pitcht man, wenn man so was eben erfolglös.

00:06:12: Aber manchmal funktioniert es dann doch oder macht man ja dann doch eine gute E-Mail Adresse im Ärmel die man dann irgendwie so anstoßen kann und ich glaube man muss einfach an viele Türen klopfen und lästig sein und so kommt das nicht zu Stande.

00:06:26: also genau.

00:06:27: Lästig sind hartnäckig bleiben, Kontakte knüpfen wie sonst in dem Leben so ist.

00:06:31: Ja du bist seit zwanzig zwei, Entschuldigung, seit zwentzig vierundzwanzig Bist du nun bei der Presse, die du jüngst in einem Gespräch mit mir als beste Zeitung des Landes bezeichnet hast?

00:06:42: Wir freuen uns natürlich als Dürer Media Group, wenn du das mit Argumenten nachunter mauern könntest.

00:06:47: Ja, solche Aussagen sind ja durch Objektiv schwer zu messen!

00:06:51: Auch im Co-Podcast.

00:06:54: Aber ich finde schon, dass wir definitiv eine der besten Qualitätszeitungen in dem Land sind.

00:06:59: Also wir haben einfach viele tolle Texte und tolle Journalisten in den tollen Recherchen.

00:07:04: Und es ist ja so, dass es auch in Österreich nicht so viele Tageszeitungen gibt.

00:07:08: Ich glaube, es gibt einfach zwölf Stück, wenn man sich zum Beispiel anschaut im Vergleich Schweden, was ungefähr so viele Einwohner hat wie Österreich ein bisschen mehr hat – da gibt's neunzig Tageszeitung in der Schweiz, glaube ich, vierzig Tageszeitungen!

00:07:21: Auf der anderen Seite also ein bisschen problematisch, dass bei uns die Medienkonzentration so hoch ist auch bei den Zeitungen.

00:07:28: Aber ich bin auf jeden Fall froh dabei der Presse zu sein und erteilt von der echt tollen Redaktion zu sein!

00:07:34: Ich

00:07:34: glaube du hast auch erwähnt, da gibt es eine tolle Feedback-Kultur auch.

00:07:36: Wir lernen ständig in einem tollen Umfeld eingebettet wo man auch viel für sich mitnehmen kann richtig?

00:07:43: Ja ganz genau!

00:07:44: Also für das Bond schon.

00:07:45: Es zeichnet mir ja auch die Presse aus.

00:07:48: Das bei uns einfach doch eine große Meinungs... Verschiedenheit auch herrscht.

00:07:52: Und das ist immer schön, ich komme gerade vorher von unserer morgendlichen Stehung wie wir es nennen und da gibt's immer wieder Raum für Diskussionen nach Grundsatzdiskussion.

00:08:05: Das ist ja manchmal für andere ein bisschen nerviger.

00:08:07: aber da werden schon noch Dinge ausgefochten und ich finde es einfach wichtig dass wir nicht alle irgendeiner Meinungen sind im Ressort, dass man manchmal streiten kann über einen Text auf einem fachlichen Niveau und ich glaube, dass das schon so eine unserer Stärken ist.

00:08:20: Und dass sich das auch im Blatt niedrisch legt.

00:08:22: Und daraus wächst ja auch eine gute Berichterstattung aus wenn man die kritisch auch hinterfragt innerhalb der Redaktion.

00:08:27: Ganz

00:08:28: genau!

00:08:29: Das Spektrum deines Wissens ist ja sehr breit.

00:08:32: Ich habe ja auch recherchiert und da mal geschaut was du so einig treibst.

00:08:35: Da geht es um Bad Bunny genauso wie um Jane Austen oder um die Entdeckung eines altegyptischen Schiffs vor Alexandria habe ich da gelesen also auch sehr spannend.

00:08:44: Bist du sowas wie die Allzweckpaffe des Föhe-Tons, könnte man das sagen.

00:08:48: Ja es ist so am Anfang einer Journalistenkarriere da raten einem ja immer Leute sich möglich damit zu spezialisieren auf ein Thema und ich habe das eigentlich auch immer vor.

00:08:58: aber es ist irgendwie gar nicht so leicht weil es gibt eigentlich viele extrem spannende Themen wo man sich irgendwie reinarbeiten kann.

00:09:06: Ich war so z.B.

00:09:07: aus der Literatur, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben im Vergleich.

00:09:10: Aber Robert Green, das war sein Zeitgenuss von Shakespeare, der hat Shakespeare immer beschimpft als einen Johannes-Faktotum.

00:09:17: Weißt du was das ist?

00:09:19: Das klingt vielleicht nicht gerade wie das beste Schimpfer da, aber es ist ein Johannes, der alles macht aus dem deutschen Faktotom.

00:09:28: Ein Hans Dampf in allen Gassen.

00:09:29: Alles klar!

00:09:30: Aber ich glaube, dass manchmal Katzen im Journalismus irgendwie so ein Vorteil hat.

00:09:34: ein Check of All Trades ist, also einen Zusatz, Master of None.

00:09:40: Also Hans-Tafel Angassen aber von nix wirklich darüber wissen.

00:09:44: das ist dann immer so ein negativer Aspekt.

00:09:46: Aber ich glaube als mir persönlich macht es einfach Spaß mich nicht ganz auf ein Thema festzulegen.

00:09:51: Ich finde es richtig und wichtig dass es viele Leute machen und es ist toll dass es ausgewissene Expertinnen gibt in einem Thema.

00:09:58: ... bis jetzt noch mit die Optionen offen halten können.

00:10:04: Und vielleicht finde ich irgendein Thema, das sieht wohl vielleicht aus, gewisse Experten werden oder auch nicht?

00:10:08: Okay aber noch nicht gefunden!

00:10:09: Ja

00:10:10: genau...

00:10:11: Die nächste Frage ist eigentlich ja liegt auf der Hand.

00:10:14: Das hat sowas von der Verwirklichung eines Traumes für dich.

00:10:17: oder über solche Themen schreiben zu können speziell im Kulturteil im Föttern über eben bunte Dinge, die im Kulturbereich passieren.

00:10:24: Wie schon angesprochen von Jane Austen bis zur Bad Barney auch.

00:10:27: Unserlich habe ich gelesen Premiere vom neuen Super Mario-Film hast du auch gemacht bzw.

00:10:33: Du hast den Film rezensiert, richtig?

00:10:35: Also das ist wirklich breit aber... Schon eine gewisse, wie soll man sagen, Anspruch auch für einen selber diesen Traum auch leben zu können oder?

00:10:43: Ja

00:10:43: absolut.

00:10:43: Ich glaube wir sind zwar sehr traditionelles für Judon und sie sagt gut es gibt aber eben das hat sich eben auch gelockert und Kultur ist sehr vieles und wir deuten den Bekäfache irgendwie sehr weit aus und ich finde es definitiv irgendwie ein Traum dass man irgendwie Teilfreiheiten hat textlich und auch thematisch sich auszutoben Und es gibt oft so die spannendsten Dinge, die man so schreiben kann.

00:11:08: Sie sind oft vielleicht über kulturelle Brücke, die mal weniger erwartet, dass sie vielleicht irgendwie interessant sein könnten und ich glaube das sich schon ewig lang eigentlich ein bisschen obsoletes diese Trennung zwischen U- und E-Kultur.

00:11:21: Ich meine bei uns wird sie eh noch sehr zelebriert aber ich glaube, dass wieder alle insgeheim nicht so drauf sind und dass wir das irgendwie gut vermischen auch für ein produktives Ergebnis.

00:11:32: Bei welchen Themen geht Ihnen das schreiben?

00:11:33: Leichter von der Hand Kulturpolitik, Pop oder vielleicht auch die TV-Kritik, die du ja auch machst.

00:11:38: Also wenn es zum Beispiel bei der Finanzminister bei der ZB II auftaucht...

00:11:42: Ich muss sagen, dass ist wahrscheinlich eine unbefriedigende Antwort aber es ist wirklich immer verschieden so und ich glaube sie sagt das Spannende an den Berufe.

00:11:49: manchmal glaubt man, dass man irgendwie eine Geschichte in der Hand hat und die schreibt sich von selber an so ein Meister drin viel zuviel und man weiß überhaupt nicht, was man damit anfangen soll.

00:12:03: Und du weißt eigentlich nur mal die Frage war... ...und dann gibt es manchmal ein Thema wo man keine Ahnung ist, wenn man irgendwie so spontan zugeteilt kriegt bei der Morgenkonferenz, wo man einen schlottenden Knie kriegt oder so an einer Liste von Nummern, die man durch telefonieren soll.

00:12:16: Die Geschichte schreibt sich dann plötzlich unter hohem Zeitdruck ganz von selber.

00:12:20: Aber ich glaube das ist im Jahr auch das Coolein im Job, dass es echt von der Tagesverfassung abhängt.

00:12:24: Man weiß aber allzu gleich okay vielleicht Haltest schlecht laufen, aber am morgester Tag alles kann voll gut laufen und ich glaube diese Mischung macht es aus.

00:12:35: Ja schwierig ist ja vielleicht für viele wenn die in den Beruf wollen einen Einstieg wählen in den Journalismus.

00:12:40: wie schaffe ich das vom Druck her?

00:12:42: Es gibt die Deadline, es gibt auch ein Anspruch für die Redaktion einen guten Text zu schreiben.

00:12:49: was ist denn für dich ein guter Text?

00:12:51: Schwierige Frage und ich glaub das gibt's auch so viele verschiedene Antworten drauf.

00:12:57: Es gibt so an den Journalismus-Schulen oder auch so, muss ich sagen ist ja auch ideal von mir.

00:13:02: da denkt natürlich immer so an die... Perfekte Reportage irgendwie so, die stilistisch perfekt ist.

00:13:07: So zum Beispiel meine Freunde von der Schule und ich haben uns dieses Buch gekauft, Writing for Story von John Franklin.

00:13:13: Das ist ein einfacher Polizepräsdreger Und er hat so zum Beispiel rausgefunden irgendwie so nimmt für sich in Anspruch eine perfekte gewisse Art von einer Reportage zu schreiben, so basierend auf der amerikanischen Kurzgeschichte mit so einem Protagonisten Von vorne bis hinten und da gibt es z.B.

00:13:32: außerberühmte.

00:13:34: Eine Story von ihm ist eben so, wie er einen Gehirn-Kirogen begleitet.

00:13:39: Wie er eine Krebspatientin operiert und die dann stirbt in weiterer Folge.

00:13:43: Und der beschreibt es auf verschiedene Perspektiven.

00:13:46: Das liegt sich natürlich also mega toll.

00:13:48: Ich will das nicht per Tet losklingen aber der Text liest sich natürlich mega toll!

00:13:53: Aber natürlich die Realität ist, wir sind bei einer Tageszeitung und es muss oft schnell genug solche Geschichten... Daher muss man ja bewusst dafür casten.

00:14:01: Deswegen glaube ich würde jetzt einfach sagen im Alltag Was einen guten Text mache, ich glaube einfach Zugänglichkeit ist voller unterschätzter Eigenschaft von einem Text.

00:14:09: Da soll er eine klassische Struktur haben, also zugänglich sein und es sollte nicht zu kompliziert sein.

00:14:17: Ich glaube das eigentlich schon finde ich, was vielleicht ein guter Text ausmacht, die Struktur unter Inhalt würde ich sagen.

00:14:27: Aber wenn du sagst, dass du einen gut geschriebenen Text ausmachen, dann würde ich dir sagen, das ist schon sehr wichtig!

00:14:31: Pfeilst du sehr viel an deinen Texten, wenn die fertig sind?

00:14:34: Oder gibt sich das einfach so und die sind fertig.

00:14:37: Gute Frage!

00:14:38: Ich glaube es ist ein bisschen der Vorteil davon, wenn man bei einer Tageszeitung ist da ist man ihnen versuchen zu lange zu pfeilen weil ich glaube also es ist natürlich wichtig ein gutes Ritika zu haben gescheit drüberzugehen.

00:14:47: aber irgendwann muss dann im Jahr Schluss sein Und Eberleuhr hat gesagt dass vorher so etwas die Angst vor der Deadline oder so.

00:14:53: Ich glaub für mich ist es auch so ein beruhigendes Mantra bei einer Tagessättung Wir tun das was wir können mit den Mitteln die wir haben.

00:15:01: Wir sind keine Wochenzeit und nicht Tage oder Monate lang Zeit, vielleicht Dinge zu recherchieren.

00:15:08: Man kann sich immer weiter treiben.

00:15:10: Wir haben eine Deadline und mit dem Mittel, den wir haben wollen wir das Beste rausholen.

00:15:17: Ich

00:15:17: denke schon, ja wohl Fälle.

00:15:18: Also sehr souverän beantwortet sogar für dich!

00:15:23: Vielleicht ein ganz spannendes Aspekt, den ich auch bei der Recherche bemerkt habe.

00:15:26: Du bist im Durchaus schon sehr weißiert, dass viele Artikel schon geschrieben.

00:15:31: Auch eben für renommierte Tageszeitungen und Medien.

00:15:35: Und in den Jahren du hast einen Preis der Münchner Sportjournalisten erhalten was mich ja gewundert hat wo du eigentlich dafür ein Tunist bist.

00:15:41: aber dennoch Sportjournalismus ja auch sozusagen ein Teil dessen was du schon geleistet hast nämlich für eine Artikel auf Zeit online.

00:15:48: Da ging es um einen Rollstuhl-Tennis Spieler der abgeschoben werden sollte aus Deutschland.

00:15:53: ich nehme an sich ein Highlight eines bisherigen Schafens wie jetzt sich denn so eine Geschichte ergeben?

00:15:59: Ja, eben.

00:15:59: Ich musste so sagen das war mein erster und einziger Sporttext.

00:16:05: Mein Vorarzt letzter.

00:16:07: Ja, im Zweifel muss ich sagen Klassisches was ich vorhin gesagt habe mit dem Lokaljournalismus weil es war nämlich eben wirklich Zufall eigentlich.

00:16:14: Ich war da in Mosach, das ist ein Stadtteil von München auf so einer Veranstaltung wo eine Frau eben so nachmittag für Geflüchtete organisiert die eben in Deutschland nicht arbeiten dürfen Nachmittage, wo sie sich miteinander kochen können oder irgendwas Handwerken oder basteln.

00:16:34: Da habe ich diesen jungen Mann kennengelernt, diesen Juma Hamizi und bin mit ihm ins Gespräch gekommen.

00:16:41: Dann habe ich klassisch festgestellt, dass er total allgefaszinierende schreckliche Geschichte erlebt hat, wie der hergekommen ist.

00:16:50: Und dann haben wir Nummern ausgetauscht.

00:16:53: Ich hab einen anderen Text drüber geschrieben Und ihn dann nochmal angerufen.

00:16:58: Ja, und dann war das echt total glücklich.

00:17:00: Wir haben uns dann irgendwie kennengelernt, wir haben alles getroffen... ...und so ist der Text dann irgendwie entstanden.

00:17:08: Genau!

00:17:09: Es ist halt einfach oft irgendwie Zufall.

00:17:12: In der griechischen Mythologie gibt es ja den Gott des richtigen Augenblicks.

00:17:20: Der heißt Kairos und der hat dem vorne über der Stirn eine Locke einen Shopf Und hinten ist auch Karl.

00:17:27: Und es ist deswegen, weil man muss ihn immer am Schopf packen – das kommt daher wenn er so auf einen Zug kommt und bei dem vorbei ist dann kann man ihn nicht mal erwischen, weil er am Kopf Karl ist.

00:17:37: Kommt da her die

00:17:37: Rede beim Schockerpacken?

00:17:38: Ja genau!

00:17:40: Und ich glaube im Journalismus eben manchmal... Hilft einfach der Zufall, aber man muss den Zufallen im Jahr auf die Sprünge helfen.

00:17:47: Man muss sich irgendwo bewegen oder irgendwo aufhalten wo ein Jahr zufälle passieren können, wo gute Begegnungen passieren können und für mich ist das glaube ich was... Wirklich, wenn man scheitzt, dass gute Journalistinnen und Journalisten irgendwie gemeinsam haben.

00:18:00: Ist wirklich das ist so wie vielleicht wie so eine Spinne im Netz in ihrem Gebiet sind oder einfach merken, wenn sich was bewegt oder so.

00:18:08: Und die meiste Zeit wird gar nichts passieren.

00:18:10: aber irgendwann noch mal, wenn etwas passiert, wenn es sich eine gute Gelegenheit gibt dann sehen sie da und dann machen Sie was drüber.

00:18:16: Dann gibt's das so, was gut die Leute ausmacht und es passiert eben nicht oft.

00:18:23: Weil ich mir zuvor, denn ich hoffe, nach EFTA passieren.

00:18:27: Das heißt ja auch manchmal die Geschichten liegen ja auf der Straße, richtig?

00:18:31: Also man kann dir auf der Strasse sozusagen pflücken.

00:18:34: Man muss sich dafür auch interessieren und dann muss ein bisschen was tut sich wohl.

00:18:38: Vielleicht kurz zum Thema Karriere weil du bist ja wirklich gesagt neunundzwanzig erst bist jetzt Jungjournalist oder man kann auch sagen mittlerweile auch schon versierter Jungjournalist oder auch dekorierter.

00:18:51: Wie schwer ist es denn heute als junger Journalist überhaupt Fuß zu fassen in einem Medium?

00:18:54: Was muss man denn dafür mitbringen?

00:18:57: Ja eben, ich glaube das sagen eh alle ist kein Geheimnis.

00:19:01: Es ist überhaupt wirtschaftlich momentan schwer, an Job zu finden.

00:19:04: Es gibt knapp vierhunderttausend Arbeitslose in dem Land und so ist es natürlich auch in der Medienbranche.

00:19:10: Das Journalismus glaube ich war vielleicht so bis auf einige jahrzehnte Ausnahme immer ein prekärer Job und das ist vielleicht heute auch so schwer wie eh und je wieder da Fuß zu fassen.

00:19:20: Ich glaube, dass liegt einfach dran, dass man oft wirklich durch mehrere schlecht bezahlte Praktika gehen muss viel Erfahrung sammeln.

00:19:31: Es ist schon schwer, da irgendwie reinzukommen.

00:19:33: Aber eben es funktioniert ja!

00:19:35: Es kommen Leute in Journalismus und ich glaube das braucht immer noch Journalisten und die glaubt vielleicht... Ich finde es eigentlich immer einfach nicht dass man sagt Ja, das ist zu Ende und es wird keine Medienjobs mehr geben.

00:19:47: Das würde sich einfach immer weiterführen wenn er immer Journalisten gebraucht.

00:19:51: Vielleicht sogar heute mehr denn je.

00:19:54: Was empfehltest du den jungen Menschen, die diesen Karriereweg einschlagen wollen so wie du's getan

00:19:58: hast?

00:20:01: Ich glaube vielleicht sollte man wirklich mal sich so hinterfragen und einfach so, also grundsätzlich so fangen ob man das wirklich will.

00:20:07: Ob man wirklich schon ein List werden will oder schon ein Liste hin.

00:20:10: Aber viele wollen irgendwie auch irgendwie die Wahrheit Influencer werden oder so.

00:20:15: Also gibt ja auch Überschneidernien und so.

00:20:17: Und ich meine es ist ja irgendwie so ein Job der ist so... Die Realität ist man hat meistens einen Hochschulabschluss lange Ausbildung, viele Praktika.

00:20:27: Man kann glaube ich andere Karrierewege einschlagen wo man leichter viel mehr Geld verdient oder vielleicht dann nicht so einen coolen Job hat.

00:20:34: wer weiß aber eben genau und das ist definitiv anders.

00:20:37: für diesen Leidenschafts-Jobs glaube ich irgendwie es ist immer schwer Leuten irgendwas zu empfehlen.

00:20:42: aber ich glaube vielleicht was wirklich ein Tipp ist man kann schauen jeder Mensch deine Medien ist bringt ja irgendwie eine eigene Perspektive mit.

00:20:51: oder man sollte sich vielleicht so in sich gehen und überlegen was sind eigentlich Geschichten die nur ich erzählen kann.

00:20:58: Und ich glaube da gibt es Geschichte.

00:20:59: das trifft auf jeden Menschen zu.

00:21:00: jeder Mensch kommt aus einem gewissen Milieu.

00:21:02: jeder Mensch hat der Geschichte, hat er Vergangenheit war irgendwo und glaubt man muss sich überlegen Was kann i zum Journalismus beitragen wovon nur was nur i kann?

00:21:13: Oder vielleicht nur wenige?

00:21:15: Das ist vielleicht ein Tipp.

00:21:18: Sonst bracht man halt natürlich irgendwie wahrscheinlich ein bisschen angespartes Glück, wenn man zynisch ist muss man sagen, vielleicht Beziehungen aber die kann man sich ja irgendwie auch schaffen bei irgendwelchen Netzwerk-Events.

00:21:30: und das wichtigste Geduld vielleicht auch so langsamer.

00:21:33: wie geht finanziell?

00:21:34: Ich weiß nicht ob es ein volles Verständnis ist dass viele Leute ja irgendwann dann aussteigen und sagen Geht's in die PR oder so weil ... es redet sich finanziell einfach nicht mehr und das ist ja auch so eine Realität.

00:21:45: Und ich glaube, das Allerwichtigste... ... vielleicht wirklich aller wichtigste ist, dass man Freude dabei hat und Leidenschaft.

00:21:51: So bist du definitiv hast!

00:21:52: Weil Du blüßt also sozusagen richtig auf in Deinem Beruf.

00:21:55: Als Tastestes aber auch schon angeschnitten viele produzieren ja auf sozialen Kanälen ihr eigenes Medium.

00:22:00: Influencer-Tum Ist ja auch sehr, sehr groß aktuell.

00:22:04: Manche sagen dazu auch Journalismus.

00:22:07: Wie siehst denn du diese Entwicklung?

00:22:08: Ihr

00:22:09: habt das ein bisschen eine zweigespaltende Meinung dazu.

00:22:11: Auf der einen Seite habt ihr schon vorhin gesagt, nee, voller Befürworter von Medienvielfalt.

00:22:16: Je mehr Medien sie am Land gibt, desto besser ist es eigentlich für die Demokratie und Medien mit ausgeglichenen Zuhörer oder zu sehr in den Zahlen usw.

00:22:25: Einfach so.

00:22:26: zwei Punkte, die mir da ein bisschen problematisch finden sind bei diesen Newsfenzern.

00:22:31: Zuerst wenn man die Quellenlage findet viele von denen, wenn man sich da drinnen umschaut Zitieren einfach andere Legacy Media, die zitieren also New York Times aus der Presse und so weiter.

00:22:45: Und die nehmen eigentlich unsere Arbeit, ziehen das irgendwo meistens sogar noch von archive.org, nehmen die Info raus, die wir erarbeitet haben und fassen sie in so einem Minuten Clip zu.

00:22:58: Sie sind ja nicht so Moderatorinnenömi oder vielleicht schon gut eingelesen aber Kunst liegt in der Paraphrase irgendwie, ja.

00:23:07: Und ich finde das ist so und die geben zwar meistens sowieso die Quellen an oder oft aber zugleich wie viel Eigenleistung steckt dann dahinter?

00:23:14: Kann man mir machen fragen!

00:23:15: Ich sage jetzt nicht dass es nicht newsletter gibt, die sehr wohl super recherchieren, die in irgendwelchen Rechercheverbänden drin sind, die Tokos machen... Aber ich finde sie sind so zwei paar Schuhe.

00:23:23: Ich glaube wir reden jetzt über Leute mit so kleinen Mikros reden auf TikTok und so.

00:23:30: Und der zweite Punkt, das habe ich eher auch schon gesagt.

00:23:33: Die Redaktion ist einfach ein kollaboratives Projekt.

00:23:38: Wir sind da alle zusammen in einem Raum wie AAA.

00:23:42: Text entsteht nie durch eine Person alleine.

00:23:46: Das ist ja komplett der Illtum.

00:23:47: Es ist nicht so dass eine Person den Texter schreibt und er landet dann eins zu eins drauf.

00:23:51: Er wird redigiert, er wird vielleicht vorher diskutiert.

00:23:55: Beispiel unser Filmkritiker Andre Arnold, der teilt immer wieder mal so Filme aus und er hat uns alle so ein bisschen ganz gut heraus wie wir so ticken.

00:24:03: Und lässt uns aber auch so einen Film von ihm bekommen, der mir einfach überhaupt nicht gefallen hat oder irgendwie provoziert hat innerlich.

00:24:11: und dann bin ich es wieder zurück gekommen in die Redaktion und dann rede ich mit dem drüben und sage was hast du mir da nachführen?

00:24:16: Furchtbaren Filmen gehen das ist ja gar nicht anschaubar und ich verstehe es überhaupt nicht.

00:24:22: dürfen

00:24:22: wir fahren?

00:24:22: welcher

00:24:24: kann man nachlesen.

00:24:28: Und ja aber der andere sagt er erklärt mir dann irgendwas so ja, der Drehbuchartner ist griechisch und du musst im Film sehen wer grieche Tragödie.

00:24:38: die Figuren sind eigentlich Götter und sie sind unaltert oder nicht?

00:24:42: Ah ok ja stimmt wenn man's so sieht.

00:24:47: Nein, das stimmt.

00:24:48: Da war ich dann eigentlich milder zum Film mit dem Input vom Anderen, der halt so der absolute Film Neutung kennen ist, dass es nicht jetzt so ein kompletter Rant geworden wäre wie wenn jetzt vielleicht Newsflanzer gewesen wäre, dann hätte jeder in meinem Mikrofon reingegangen und gesagt, vielleicht verstehe ich das nicht.

00:25:06: Aber dank dadurch, dass wir reden miteinander – und das mir manchmal auch für einen Film bekommen, den wir nicht anschauen wollen oder provozieren entsteht auch irgendwie was Produktives und die kann man nicht vorstellen, dass bei NewsFriends an dieser Line agieren, dass sie sowas machen oder vielleicht doch schon.

00:25:23: Vielleicht machen die das ja?

00:25:26: Ja ich finde ein wunderbares Gespräch mit dir haben wir heute geführt.

00:25:31: Ein schönes Schlusswort finde ich auch von dir, dass du sagst es auch der Austausch, die Reflexion aus wichtig ist in den Redaktionen und dass durchaus Journalismus heutzutage auch noch einen großen Wert besitzt.

00:25:42: Und damit... sage ich danke lieber Benjamin, dass du heute meinen Gesprächspartner warst.

00:25:48: Ich danke auch euch liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer fürs dabei sein.

00:25:51: wir freuen uns wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder rein hört wenn es bei Stüre zum hören um spannende Medienthemen geht.

00:25:57: bis dahin bleibt gesund und neugierig euer Philipp Lackner.

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